Flug in die Freiheit
von Eckhart Wunderle (Dipl.-Psych.)
 

Wenn du dich in diesem Programm ein wenig umschaust, wirst du immer wieder auf zwei grundlegende Kräfte, oder sagen wir zwei innere Schätze treffen. Sie spielen in allen unseren Seminaren eine tragende Rolle:
Liebe und Meditation
Es gibt ein berührendes Bild, eine Metapher von Osho, die eine tiefe Wahrheit in sich birgt und uns auf einfache Weise nahe bringt, was den Weg in die innere Freiheit ermöglicht. Unsere echte und wesentliche Freiheit besteht, wie wir wissen darin, die Befreiung aus den Begrenzungen unseres Egos zu erfahren, über das Ego hinaus zu gehen und damit unser Wesen unser Sein, unsere Essenz zu leben.

Und so sprach Osho davon, dass wir auf diesem Flug in die Freiheit zwei Flügel benötigen, die letztlich untrennbar miteinander verbunden sind. Es sind die Liebe und die Meditation oder mit anderen Worten – Mitgefühl und Gewahrsein – das offene Herz und die Präsenz – die liebende Güte und die Achtsamkeit.

Welchen Weg wir zunächst wählen, hängt davon ab, zu welchem wir uns mehr hingezogen fühlen, von welchem Weg sich unsere Seele mehr „angesprochen“ fühlt. Je weiter und tiefer wir jeweils gelangen, desto näher kommen sich jedoch beide Wege, bis sie am Ende eins sind.

Auf diesem Flug in die innere Freiheit tauchen zwei weitere Schätze auf, die uns mehr und mehr unterstützen und führen, das Urvertrauen und das intuitive Wissen. Sie schenken uns Mut und Gelassenheit, so dass wir uns immer weiter vorwagen können und loslassen, um dorthin zu gelangen, wo die Schatztruhe sich öffnet und wir unsere Essenz berühren..

Wenn wir also nicht nur das äußere Lebensabenteuer suchen, sondern das tiefere und erfüllendere innere Abenteuer unserer eigenen Entfaltung zum Focus unseres Lebens machen, gibt unsere Seele all´ diese Schätze frei. Wir können tatsächlich beginnen zu „fliegen.“

     
     
 
Der Weg zur Essenz

von Eckhart Wunderle (Dipl.-Psych.)


„Essenz ist unsere
Wirklichkeit, unsere Wahrheit.
Sie ist unsere wahre Natur
und unsere innerste Identität.“

Hameed A. Almaas
 
Die Liebe zur Wahrheit
Die Liebe zur Wahrheit ist das Grundthema des „Essenz-Weges”, den Hamid A. Almaas entwickelt hat. Almaas kommt aus einer Sufi-Tradition und entdeckte, dass die Hingabe an die Essenz uns in immer tiefere Ebenen der Selbst-Verwirklichung führen kann, bis hin zur wahren Natur. Vielleicht können wir in einer Metapher sagen: „Es ist, als gingen wir mutig in einen Wald voller unbekannter und auch beängstigender Erfahrungen. Unterwegs entdecken wir, dass eine Führung auftaucht und uns durch alle Hindernisse hindurch, über Grenzen hinweg in die Freiheit geleiten möchte und kann – wenn wir dazu bereit sind. Die Essenz ist nach Almaas der Anteil an unserem Wesen, der mit dem gesamten Sein verbunden ist, von dem wir uns aber entfremdet haben, indem wir unsere eigenen emotionalen und verstandesmäßigen Strategien kreiert haben, die unsere individuelle Persönlichkeit konstituieren.
Die innere Erforschung
Das Neue daran ist die geniale Methode der „inneren Erforschung” (Inquiry), durch die man sich für diese Führung der Essenz öffnen kann. Die Besonderheit und Wirkung dieses Weges liegt in seiner Einfachheit und Tiefe. In einem Zustand meditativer Offenheit lassen wir bestimmte Fragen nach innen sinken und nehmen dann alles wahr, was in unser Bewusstsein kommt. Die innere Führung greift die Frage auf eine oftmals faszinierende Weise auf und bringt jene Erfahrungen zum Vorschein, die Heilung und Befreiung bewirken. Das kann durch Bilder, Empfindungen, Gedanken oder auch Stille und Leere geschehen. Damit ist der Weg frei für das Aufsteigen der Essenz in unserem Bewusstsein. Wir lassen uns einfach führen – wach und offen für alles. Fragen können z.B. sein: „Wie fühle ich Ärger und gehe damit um?” „Wie erlebe und benütze ich meinen Willen?“ „Wo ist mein Herz offen, wo nicht?“ oder „Wie vermeide ich Stille?“ Diese Fragen bauen aufeinander auf und führen so immer tiefer. Die verschiedenen Themen, Muster und Programmierungen können auf diese Weise erkannt, verstanden, gefühlt und schließlich gelöst werden.

Es ist jedes Mal spannend und unvorhersehbar, wohin diese Reise führt! Die gegenseitige Unterstützung der Teilnehmer in den Seminaren ist dabei sehr hilfreich und vertieft diesen Prozess.
Letztendlich geht es um die Erfahrung
unserer wahren Natur
Spirituelle Erfahrungen alleine genügen nicht, um tatsächlich eine bleibende Transformation zu erfahren. Die Essenz ist ja schon da. Es braucht also ein Durchdringen und Loslassen der sie begrenzenden Schichten. Dann erfahren wir mehr und mehr alle die wunderbaren essenziellen Qualitäten, die in uns liegen: z.B. wahre Kraft, wahrer Wille, wahres Mitgefühl und wahre Liebe, wahre Freude, Urvertrauen, wahrer Friede und wahre Stille, wahre Natur unseres Seins. Die Herausforderung liegt in der Bereitschaft und Offenheit, alle Ebenen und alle Inhalte unserer Erfahrung zu erlauben – auch Widerstände. Es ist wie ein innerer Sog, der zur Essenz strebt. Wir sprechen hier von den optimierenden Kräften (optimising forces), die in uns ebenso wie im Universum wirken und zum Erwachen führen möchten. Die Essenz möchte in unser Bewusstsein. Mit den Worten Meister Eckharts: „Nie hat ein Mensch irgend etwas so sehr begehrt, wie es Gott danach verlangt, den Menschen dahin zu bringen, dass er ihn erkennt“. Es geschieht also die Entwicklung einer Offenheit, die letztlich befreit. Die Liebe zur Wahrheit, wer wir wirklich sind und wer wir in diesem Moment sind, zeigt sich in dieser Offenheit. Im Alltag heißt das: „Sei jetzt hier“ und wenn das schwierig ist: „Sei wo du jetzt bist und erforsche es!“

Dieser Weg kann wirkungsvoll ergänzt werden, z.B. durch Methoden, die zur Vertiefung und Expansion des Bewusstseins führen (Leere und Raum), durch eine besondere Art der Musikmeditation (sich öffnen für alle tieferen Dimensionen der Erfahrung), Light- Breath (Kabal), Essential Movement sowie neue Arten der Meditation, die den Zugang zur Essenz ermöglichen und uns die Fülle des Jetzt immer tiefer erfahren lassen. Letztendlich geht es um die Erfahrung unserer wahren Natur.
Das Urvertrauen
Ein Schlüssel auf allen Wegen der Essenz- „Arbeit“ liegt in jenem tiefen Vertrauen, das wir Urvertrauen nennen und das selbst Teil der Essenz ist. Was ist damit gemeint? „Urvertrauen ... ist ein unausgesprochenes, bedingungsloses Vertrauen, dass das Beste geschehen wird, dass alles, was immer auch geschehen mag, zum Guten sein wird... dass die Realität im Grunde gut ist... dass das, was geschieht, das Beste ist, was geschehen kann.“ Die Entfaltung dieses tiefen Vertrauens führt zur Auflösung der Angst und ist zentral in der Essenz-Arbeit. Es gibt uns das Gefühl, immer gehalten und geführt zu werden und macht den Weg frei für tiefe Heilung, Selbsterkenntnis sowie ein erfülltes Leben.

„Wenn Ihr tief in euch hineingeht, um euer
Denken und euer Sein ... zu verstehen, werdet
Ihr schließlich herausfinden, dass es
keine Erfüllung gibt außer im Sein, darin,
dass ihr ihr selbst seid, eure Essenz seid...
Das zu sein bedeutet frei zu sein. Das zu
sein heißt erfüllt zu sein.“
Hameed A. Almaas

Literatur zum Thema:
„Essentielle Verwirklichung” und „Das wirkliche
Leben beginnt jetzt”, von A.H. Almaas, Arbor Verlag
   
   
 
Meditation und Bewußtsein

von Eckhart Wunderle (Dipl.-Psych.)
 

Die Bedeutung der Meditation liegt in ihrer Wirkung. Diese Wirkung oder besser diese Auswirkungen betreffen alle Ebenen der menschlichen Existenz , des menschlichen Seins. Unser Bewusstsein erstreckt sich auf vier Ebenen: Gedanken, Gefühle, Körper und Sein. Auf jeder dieser Ebenen können wir uns selbst mehr oder weniger tief und umfassend wahrnehmen. Diese Selbst-Wahrnehmung ist der Boden von dem aus wir die Welt und die anderen wahrnehmen. Sie bestimmt unser Denken, Handeln, Fühlen, Wollen und Sein. So macht es natürlich Sinn, dass die Selbstwahrnehmung möglichst umfassend ist, weil wir nur dadurch selbst über unser Leben bestimmen können und unseren Weg durch das Leben finden. Durch die Meditation dehnt sich unsere Wahrnehmung auf allen Ebenen immer weiter und tiefer aus – das ist „das Wunder der Achtsamkeit“, wie Thich Nhat Hanh sagt.

Bevor wir die vier verschiedenen Ebenen genauer betrachten, ist es wichtig zu verstehen, dass wir hier Meditation in einem umfassenden Sinne meinen. Es geht hier nicht nur um die Meditation in der Stille, also die Praxis der Meditation im Rückzug und Alleinsein. Es geht genau so um die Meditation „auf dem Marktplatz“, also im Alltag. Beides ergänzt sich und gibt zusammen das, was wir meditatives Gewahrsein oder ein meditatives Bewusstsein nennen.
Meditation ist ein Bewusstseinszustand.
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Die erste Ebene ist die des Verstandes. Hier beginnen wir unseren Verstand genauer „unter die Lupe“ zu nehmen und werden gewahr, dass viele Gedanken, die wir tagtäglich denken, uns behindern, ja sogar blockieren können. Die Bewusstseinserweiterung auf der mentalen Ebene durch Meditation hat zur Folge, dass wir frei werden von falschen, destruktiven Gedankenmustern. Wir müssen nicht immer den Gedanken folgen und tun was das Ego sich ausdenkt. Darüber hinaus können wir Momente und Zeiten erleben, in denen wir frei sind vom Strom der Gedanken überhaupt und dadurch die Erfahrung von Stille erleben. Die Erfahrung von Stille ist die Erfahrung des inneren Friedens und unseres inneren Wesens und Potentials (das Gesetz des größten Potentials).

Wir können die Identifikation auflösen, „das Joch zerbrechen“ (Tilopa) und sein, wer wir wirklich sind.

Auf der nächsten, der Körperebene, führt uns die Meditation zur bewussten Wahrnehmung unseres Körpers und insbesondere des „inneren Körpers“ (Eckhart Tolle). Die Empfindungstiefe für unseren eigenen Organismus wächst. Wir nennen das auch „Verkörperung“.

Normalerweise nehmen wir zwar unseren Körper (irgendwie) wahr, haben aber, selbst wenn wir Sport betreiben, nicht wirklich einen gefühlten inneren Bezug, bzw. eine intime Verbindung mit ihm. „In der Mitte sein“ nennt man die Erfahrung, in der wir die Verbindung zu unserem inneren energetischen Zentrum spüren und damit auch das Erleben, das wir „in uns selbst zuhause sind“ Eine Erfahrung der eigenen inneren Geborgenheit. Je tiefer sich durch Meditation unser Bewusstsein auf der Körperebene ausdehnt, desto entspannter, gelassener und vitaler werden wir. Zur Körperebene zählen wir auch die Sinne. Alle unsere Sinne werden verfeinert, vertieft und ausgedehnt. Diese natürliche Veränderung entsteht durch das, was wir „wach werden“ nennen. Indem sich das Bewusstsein vertieft, sehen und hören wir immer klarer und empfinden genauer, was uns gut tut oder was uns eher von uns weg bringt.

Meditation bewirkt – auf der dritten Ebene, der Ebene der Gefühle - eine Vertiefung und eine Verfeinerung unserer Gefühle. Wir nehmen unserer Gefühle mehr wahr und damit kann der Prozess des bewussten Umgangs mit den Gefühlen beginnen. Je tiefer sich unsere Meditation entfaltet, desto weniger können uns unsere Gefühle zu automatischen oder unbewussten Worten oder Handlungen verleiten und damit über uns bestimmen. Wie wir wissen, sind unsere Gefühle eine mächtige Kraft und sie sind auch verbunden mit den Trieben. Sie beeinflussen zum großen Teil, ob wir mit den verschiedene Situationen, in die das Leben uns führt, zu recht kommen und in Einklang mit ihm dem Leben sein können.
Sie können uns vom Wesentlichen ablenken oder uns dabei helfen, zu entdecken, was das Wesentliche für uns ist. Wenn wir das verstehen, können wir ein glückliches und reiches Leben haben. Die wertschätzenden Gefühle wie Mitgefühl, Wohlwollen, Liebe, innerer Frieden und Güte nehmen zu.

Die entscheidende Wandlung durch Meditation entsteht letztendlich dadurch, dass wir zur vierten, der existenziellen Ebenen gelangen. Sie ist der eigentliche Sinn der Meditation. Diese Erfahrung können wir nicht machen, nicht herstellen, wir können nur erlauben, dass sie geschieht. Die Seinsebene bringt uns mit der inneren Quelle in Verbindung, mit der Essenz, dem Sein. Das Ego ist hier der Diener, der Herr oder die Herrin ist unser Wesenskern. Normalerweise erleben und leben wir es gerade umgekehrt. Dann ist das Ego der Herr und unser echtes Sein ist abwesend, wir sind von unserer Quelle getrennt. Die Verbindung zur Quelle aber ist der springende Punkt, denn dort finden wir alle Potentiale, sie liegen jenseits des Denkens.

Auf allen Ebenen entfaltet sich die Wirkung der Meditation durch die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Augenblick zu richten und unsere Erfahrung nicht zu bewerten. Wir nehmen die Erfahrungen in unserem Bewusstsein einfach wahr, die in diesem Moment vorhanden sind, im Inneren wie auch im Außen, in der Welt. Nicht-Bewerten ist die Fähigkeit, die Dinge, Menschen und Ereignisse wahrzunehmen wie sie sind und anzuerkennen wie sie sind. Erst im Loslassen von Bewertungen können wir erfahren, was wirklich ist.

„Nicht-Bewerten“ oder „Freie Aufmerksamkeit“ heißt aber nicht, dass wir überhaupt nicht mehr bewerten, sondern dass wir unsere Entscheidungen und Handlungen dann aus echtem Wissen und intuitivem Erkennen heraus entstehen und nicht aus alten Konditionierungen und gewohnten mental-emotionalen Mustern. Es ist eine Erfahrung allmählicher innerer Befreiung aus den Programmierungen des Egos. Damit erweitert sich auch die Fähigkeit , dass wir gleichzeitig IN unserer Erfahrung sein können aber zugleich auch in einer befreienden DISTANZ zu ihr sind.

Wir können die Identifikation auflösen, „das Joch zerbrechen“ (Tilopa) und sein, wer wir wirklich sind.

Es ist einfach herausfinden, dass Meditation zu mehr Zufriedenheit, Glück und Lebensqualität führt und dass sie uns durch die Seins-Erfahrung einen unglaublichen Reichtum, eine wahre Fülle schenkt.

Wir meditieren.

   
   
 

Warum Essenz der Weg ist
von Eckhart Wunderle (Dipl.-Psych.)

 

Essenz ist nicht nur ein Wort, sondern es ist eine Erfahrung. Diese Erfahrung ist in allen Schriften und Wegen des Erwachens bekannt. Der innerste Wunsch jedes Menschen – sei es bewusst oder unbewusst – ist es, sein gesamtes Potential zu erleben. Für diese Erfahrung gibt es einen Weg, ja viele Wege, aber nur EIN wesentliches Anliegen und das ist die Befreiung, das Erwachen, das Glück unabhängig von äußeren Dingen und Umständen erfüllt zu sein. Unsere Rückverbindung mit dieser Quelle wird dadurch möglich, dass wir einen Weg finden, der uns erlaubt das loszulassen, was uns von ihr trennt. Denn die Essenz ist da und war immer da. Durch das innere Wahrnehmen unserer Erfahrungen und indem wir diese erforschen, kommen wir uns selbst immer näher und näher und können allmählich die Knoten lösen, die uns den Zugang zur Essenz, zur Quelle, verstellen. Dies wirkt sich auf unser ganzes Leben und unseren Alltag unterstützend und allgemein positiv aus.

Die Essemz-Seminare
Die innere Erforschung, ist eine Methode von A.H. Almaas und eine Form der Meditation, durch die wir das Dickicht der inneren Verstrickungen allmählich lösen und durchdringen können, so dass die Quelle auftaucht.

Dabei entdecken wir uns auf allen Ebenen der Erfahrung immer tiefer. Das Erkennen und Überschreiten unserer Begrenzungen führt zu einer erweiterten Wahrnehmung von uns selbst. So ist es möglich, dass wir unser Denken, unseren Körper, unsere Gefühle und Sinnesempfindungen tiefer wahrnehmen, wodurch die Türen zur Essenz sich öffnen können.

Die geniale Methode der Erforschung, in Verbindung mit den Körpermethoden und weiteren Meditationen ist ein besonders wertvoller und wirksamer Weg der inneren Transformation. Dabei spielt die Integration im Alltag unseres Lebens eine und besondere Rolle. Wir können mit den verschiedenen Herausforderungen des Lebens uns insbesondere auch mit schwierigen Situationen besser und kreativer umgehen.

In den Essenz – Seminaren werden alle Ebenen einbezogen. Es geht darum loszulassen, was uns begrenzt und zuzulassen, was uns zum inneren Potential führt. Das größte Potential liegt in unserer Essenz. Dazu, hier ein kurzer Überblick über einige wesentliche Inhalte der „Wege zur Essenz“.

Auf der mentalen Ebene beginnen wir die sabotierenden, kritischen Stimmen in uns (das Super Ego) zu erkennen und uns davon zu lösen. Wir sind nicht unser Verstand. Die Distanz zum inneren „Geplapper“ gibt uns Stille und Frieden. Das ist ein wichtiger Schritt in die Lösung von begrenzenden Gedankenmustern. Wie einmal eine Teilnehmerin sagte: „Es ist befreiend, zu erkennen, dass ich nicht die bin, die ich zu sein glaubte“! Eine wertvolle Erkenntnis, denn wir sind viel mehr, als wir zu sein glauben.

Wir erspüren unseren Körper in einer Weise, die für viele Menschen neu und faszinierend ist. Den „inneren Körper“ kennen zulernen fördert nicht nur unsere körperliche Gesundheit und unser seelisches Wohlbefinden, sondern bringt uns einen weiteren Schritt näher zu uns selbst und unserer Mitte. Damit können wir unserer inneren Geborgenheit erfahren, die wir uns oft so sehr wünschen.

Es entsteht auch ein neuer Umgang mit unseren Gefühlen, der negative Gefühle allmählich schwächer werden lässt. Gleichzeitig entfaltet sich uns unsere Offenheit und Empfindsamkeit für Erfahrungen wie Liebe, innere Kraft, Freude, Mitgefühl und unseren wahren Willen. Unsere Willenskraft ist ein wertvolles Werkzeug. Je nachdem, wie wir sie benützen kreieren wir unser Leben. Der sogenannte “wahre Wille“ ist eine Energie in uns, die uns mit der Essenz verbindet. Also kommt es darauf an, dass das Ego im Dienst des (wahren) Willens steht und nicht umgekehrt, wie oft, wo dann das Ego alleine bestimmt, „wo´s langgeht“, abgetrennt von der Quelle. Stattdessen erlauben wir uns, der inneren Stimme mehr zu vertrauen. Letztlich führt das zur Erfahrung überhaupt zu vertrauen, in uns selbst, in das Leben, in die Existenz (oder Gott), so dass alles seinen Sinn und seine Bedeutung hat. Wir können entspannen. Der große Schatz des Urvertrauens kann sich öffnen und wir empfinden mehr und mehr eine natürliche Liebe für uns selbst und andere.

Das klingt vielleicht für manchen alles ein bisschen zu einfach oder übertrieben. Nun sagen wir nicht, dass es immer leicht ist, aber wir sagen, dass es oft auch leicht sein kann und es kaum etwas lohnenderes in unserem Leben gibt, als die eigen innere Entfaltung, die uns zur Quelle führt, die wir hier Essenz nennen. Das ist ganz unabhängig davon wer wir sind, was wir tun und wie wir leben. Mit einer Verbindung zur Quelle kann uns das Leben Tiefe und einen wirklichen Reichtum schenken. Den Weg zu gehen ist also ein Geschenk an uns selbst, aber auch an andere, mit denen wir zusammen sind und letztlich auch an die Welt. Wir sind alle miteinander verbunden.

Das ist tatsächlich der Weg in die Fülle unseres Lebens, in unsere Möglichkeiten, die wir durch unser gesteigertes inneres Wissen, durch unser intuitives Erkennen gehen können. Denn, wie Almaas sagt: „Jede Seele strebt von sich aus nach Wahrheit und kennt den Wunsch, sich erfüllt, wirklich und frei zu fühlen.

Wir können uns diesen Wunsch erfüllen, wenn wir das möchten!


 
 
 
  Botschaft der Hopi-Ältesten 2001

Da gibt es jetzt einen Fluss, der sehr schnell fließt.
Er ist groß und reißend schnell, dass es viele gibt,
die sich fürchten.

Sie werden versuchen, sich ans Ufer zu klammern.
Sie werden aber fühlen, dass sie auseinander gerissen werden
und sie werden sehr viel leiden.
Wisst, dass der Fluss Ziel und Bestimmung hat.
Die Älteren sagen, dass wir das Ufer loslassen müssen
und uns abstoßen, in die Mitte des Flusses,
unsere Augen offen halten und den Kopf über dem Wasser.
 
Und ich sage, sieh dich um, wer da ist und mit dir feiert.
In dieser Zeit der Geschichte sollen wir nichts persönlich nehmen,
am wenigsten uns selbst.
Denn in dem Augenblick, wo wir das tun,
kommen unser spirituelles Wachstum und unsere Reise
zu einem Halt.
 
Der Weg des einsamen Wolfs ist zu Ende.
Tut euch zusammen.
Verbannt das Wort Kampf und Mühsal
von eurer Haltung und aus eurem Vokabular.
 
Alles was wir jetzt tun,
muss auf eine heilige Art getan werden,
als Feier und als ein Fest.
 
Wir sind diejenigen,
auf die wir immer gewartet haben.